Zurück Weiter
Energiesparen in der Kirche. In der Nazarethkirche in Frankfurt Eckenheim liegen während des Gottesdienstes Decken auf den Stühlen für die Gottesdienstbesucher bereit. Blick auf die Empore, Stuhlreihen mit den Decken. Seitlicher Lichteinfall durch die Fenster auf Fußboden und Stühle. Altar mit Kreuz und Kerzen - dahinter die Kanzel. Im Vordergrund hält eine Hand ein Thermometer mit Temperaturskala.
© Rolf Oeser, fundus.media

Kirchen klimafreundlich beheizen und temperieren

Der Energieaufwand für das Beheizen und Temperieren von Kirchen mit ihren hohen Räumen ist sehr hoch. Entsprechend hoch sind die Einsparmöglichkeiten. In vielen Kirchen in der Nordkirche werden inzwischen die Heiztemperaturen gesenkt und klimafreundliche Temperierungskonzepte angewendet. Die Kirchengemeinden leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und profitieren von sinkenden Energiekosten.

Kirchen und ihre Heizungen: Das Wichtigste im Überblick

Die Nordkirche strebt an, bis zum Jahr 2040 etwa die Hälfte des Energieverbrauchs zu vermeiden. Besonders viel Einsparpotenzial bietet sich in beheizten Kirchen. Ein Grad Temperatursenkung spart hier zehn Prozent der Heizenergie.

Etwa ein Sechstel des gesamten Energieverbrauchs der Nordkirche wird in Kirchen aufgewendet. Der Löwenanteil davon wird in den rund 900 Kirchen in Schleswig-Holstein und Hamburg verbraucht. Die 1.000 Kirchen in Mecklenburg und Pommern bleiben bis auf einige wenige Stadtkirchen seit jeher auch im Winter unbeheizt, einige verfügen in den ersten Bankreihen über elektrische Unterbankheizungen.

Historische Kirchbauten wurden überwiegend erst im 20. Jahrhundert mit Heizsystemen ausgestattet. Meistens werden sogenannten Umluft-Heizsysteme mit Öl- oder Gaskessel eingesetzt, mit denen sich große, hohe Räume schnell erwärmen lassen. Entsprechend hoch sind der Energieverbrauch und die Umweltbelastungen. 

In vielen Gemeinden werden inzwischen Alternativen erprobt, zum Beispiel der Gottesdienst im Gemeindehaus als “Winterkirche” oder die Nutzung von Infrarot-Sitzheizungen. Hier bleiben die Kirchen kalt oder werden bei niedrigen Temperaturen “grundtemperiert”. Erste kleinere Kirchen werden inzwischen mit Wärmepumpen versorgt, andere sind an Nahwärmenetze angeschlossen.

Beispiele in der Karte

So sparen wir Energie in beheizten Kirchen – fünf einfache Tipps:

  1. Aufheiztemperaturen senken:
    Je niedriger die Heiztemperaturen, desto geringer sind die Schwankungen des Raumklimas. Das senkt die Energiekosten und reduziert Schäden.
  2. Lüften mit System:
    Lüften Sie die Kirche nur, wenn die Außentemperatur mindestens fünf Grad unter der Innentemperatur liegt.
  3. Türen geschlossen halten:
    Halten Sie an allen Tagen die Türen möglichst geschlossen, um Temperaturschwankungen und Feuchtigkeitseintrag zu vermeiden.
  4. Regelmäßige Kontrolle, um empfindliches Inventar zu schützen:
    Überprüfen Sie regelmäßig die Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Innenraum – kleine Hygrometer helfen dabei.
    Achten Sie besonders auf Orgel, Altäre und Holzbauten. Bei Unsicherheiten wenden Sie sich an die Bauabteilung.
  5. Gemeinsam Verantwortung übernehmen:
    Informieren Sie Ihre Gemeinde über diese Regeln – je mehr mitmachen, desto besser schützen wir unsere Kirche und sparen Energie.

Energie beim Heizen sparen: Unsere Handreichungen

Erste Seite des Dokuments „Handreichung: Temperatur in Kirchen senken“

Handreichung: Temperatur in Kirchen senken

Handreichung: Temperatur in Kirchen senken

In sechs übersichtlichen Schritten die Temperatur senken - ohne Gefahr für Orgeln und Ausstattung.

Es geht um Temperaturen und Feuchtewerte, das zeitliche Vorgehen, und um die Kommunikation mit der Gemeinde.

PDF | 156 KB

Erste Seite des Dokuments „Faktenblatt zur Sitzbankheizung“

Faktenblatt zur Sitzbankheizung

Faktenblatt zur Sitzbankheizung

Fakten und Informationen zu Sitzpolsterheizsystemen zur besucher-nahen Beheizung von Kirchen. Die Informationen umfassen technische Funktionsbeschreibungen, Einsatzbedingungen und eine Marktübersicht.

PDF | 983 KB

Infrarotheizsysteme - die klimafreundliche Wärmequelle für Kirchen

Klimafreundliche Temperierungskonzepte in Kirchen setzen auf besucher-nahe Wärmequellen.

Zu den am Markt vertretenen Systemen zählen strombetriebene Sitzpolsterheizungen oder Infrarot-Heizplatten. Die Heizplatten können unter den Kirchenbänken oder an der Innenseite der Kanzel befestigt werden. Die Heizelemente werden nur während der Veranstaltung eingeschaltet und verbrauchen sehr wenig Strom. Für Organisten werden auch freistehende Heizwände und Pedalheizelemente eingesetzt. 

Die Kirchräume selbst werden nur noch grundtemperiert oder – soweit die Luftfeuchtewerte es zulassen – gar nicht mehr beheizt. Mit diesen Konzepte läßt sich sehr viel Energie sparen, mit jedem Grad Senkung der Kirchraumtemperatur spart man 10 Prozent des Energieverbrauchs.

Aus der Praxis: Domgemeinde Lübeck hat ihren Energieverbrauch analysiert

Blick auf den Dom in Lübeck
© Uwe Ehlert

Der Energieverbrauch zum Heizen unserer Gebäude ist hoch und übersteigt unseren Stromverbrauch um Längen. Das zeigen Berichte und Auswertungen immer wieder. Aber wie sieht es mit dem Energieverbrauch in historischen Kirchen mit hohen Räumen und dickem Mauerwerk genau aus, zum Beispiel wenn dort für Gottesdienstfeiern oder Konzerte geheizt wird?

Die Dom-Gemeinde in Lübeck hat sich ihre Heizung für den Dom zu Lübeck genauer angesehen und Daten dazu erhoben, welchen Energieverbrauch das Aufheizen für verschiedene Nutzungen verursacht. Dabei ist einiges zu berücksichtigen:

Aktuelles aus der Praxis in unserem Newsletter!

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und bleiben Sie stets informiert zu den Themen Klima, Umwelt und Gerechtigkeit. Eine Abmeldung ist jederzeit möglich.

Zum Newsletter anmelden