
PV-Anlage auf Gemeindehaus: "Das lohnt sich finanziell sehr!"
Auf dem Gemeindehaus der Kirchengemeinde Burg in Dithmarschen läuft seit April 2025 eine PV-Anlage. So werden 70 Prozent des Bedarfs an Strom in dem Gebäude gedeckt. "Das Projekt hat von der ersten Planung bis zur Installation nur rund ein Jahr gedauert", berichtet Pastor Hans-Ulrich Seelemann. Und schon jetzt spare die Gemeinde Kosten dadurch ein. Demnächst sollen auch die Kirche und das Pastorat mit den selbstproduzierten Strom versorgt werden. Die Gemeinde ist zudem auf dem Weg zur Auszeichnung als "Ökofair" und kooperiert mit dem NABU, damit auf dem Gelände rund um die Kirche mit altem Baubestand Tiere, Insekten und Pflanzen geschützt werden.
Burg, Kirchenkreis Dithmarschen
April 2024 bis April 2025
PV-Anlage, Auszeichnung als "Ökofair"
Gemeindehaus
Unabhängigkeit durch erneuerbare Energie
Als der Kirchenkreis Dithmarschen 2022 beschloss, unabhängig von Öl und Gas, also fossilen Brennstoffen, zu werden, kam auch Pastor Hans-Ulrich Seelemann ins Nachdenken. “Wir haben hier auf unserem Gemeindehaus so tolle Südsattel! Warum sollten wir die nicht zur Energiegewinnung nutzen”, fragte er sich. Dank tatkräftiger Unterstützung durch seinen Kirchengemeinderat und auch Fachleute aus dem Kirchenkreis, konnte er das Vorhaben umsetzen. “Vor allem bei den vielen bürokratischen Aufgaben haben mir fähige Menschen im Kirchengemeinderat viel Arbeit abgenommen.”

Wallboxen und ein Heizkonzept für die Kirche
Zur Gemeinde gehören für Dörfer mit rund 3500 Mitgliedern. “Unsere gesamte Flotte im Kirchenkreis sind E-Autos”, berichtet Pastor Seelemann. Deswegen gebe es an allen kirchlichen Orten bereits Wallboxen. Er hofft, dass das auch andere motiviert, auf Elektomobilität umzusteigen.
Der Kirchenkreis hatte zudem 2022 bereits beheizte Sitzpolster für Kirchen in Dithmarschen angeschafft, damit die alten Gemäuer nicht mehr für Gottesdienste oder Veranstaltungen hochgeheizt werden müssen. “Auch in unserer Kirche beträgt die Temperatur im Winter nur noch 10 oder 11 Grad”, sagt der Pastor.
Fakten auf einen Blick
- PV-Anlage mit 11 KW Peak Leistung, kann ausgebaut werden
- Dadurch Gemeindehaus im Durchschnitt 70% energieautark
- Wallbox für Laden von E-Autos vor Ort
Nächster Schritt: Auszeichnung als "Ökofair"
Die Gemeinde ist auf dem Weg zur “Ökofairen Gemeinde”. Überzeugungsarbeit war kaum nötig, denn: “Vieles haben wir ohnehin schon gemacht.” Beim Einkauf von Papier, Kaffee oder Keksen werde auf ökologische und nachhaltige Produkte geachtet. " Manchen externen Gruppen allerdings seien neue Produkte schwerer zu vermitteln.
“Mit unserem Vorgehen wollen wir anderen Mut machen”, sagt Pastor Seelemann. Anfangs habe er sich etwas mehr Erfahrung gewünscht, doch nun könnten andere vom Know-How seiner Gemeinde profitieren.

Auf dem Kirchengelände Pflanzen und Tiere schützen
In Kooperation mit dem NABU hängen auf dem weitläufigen Gelände der Gemeinde nun Kästen für Fledermäuse. Die Kirche ist 875 Jahre alt, auch auf dem Gelände stehen beeindruckende alte Bäume, zum Beispiel Kastanien. Der Gemeinde ist es wichtig, diese Natur zu erhalten. Auch Insekten und Tiere sollen hier Lebensräume finden.
Einsatz für Biodiversität und Artenvielfalt gehören auch zur Auszeichnung als Ökofair.
Linksammlung
Mehr erfahren auf unseren Themenseiten:
Erneuerbare Energie: Solarenergie in der Kirche nutzen
Ökofaire Kirche: So geht es.
Biodiversität: Naturschutz ist Klimaschutz
Praxisbeispiele Umwelt- und Klimaschutz
Wir setzen uns für faire und nachhaltige Projekte ein. Wir wollen den Klimaschutz sozial und gerecht gestalten.



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