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Weniger unterwegs sein für mehr Klimaschutz

Arbeiten im Homeoffice: Blick auf Hände auf dem Schreibtisch und eine Tastatur
© Sandra Hirschke / fundus-medien.de

Videotechnik und Homeoffice schonen die Umwelt

Die persönlichen Begegnungen und Gespräche sind Kern unseres christlichen Auftrags und davon lebt unsere Kirche. Doch gerade im Arbeitsalltag können viele Sitzungen und Absprachen auch am Telefon oder in digitalen Formaten erledigt werden. Weniger unterwegs sein: Das reduziert den Autoverkehr und spart viel CO2. Homeoffice und Videokonferenzen zum Beispiel sind Bausteine auf dem Weg unserer Kirche zur Treibhausgasneutralität.  

Damit kommt auch die Frage nach den Auswirkungen auf die Umwelt auf. Inzwischen gibt es dazu wissenschaftliche Auswertungen. Untersucht wurden der energetische Aufwand für die Anschaffung und Herstellung zusätzlicher Computertechnik und für den Betrieb der Geräte sowie die vermiedenen Wegstrecken zur Arbeit oder zu einer Sitzung. 

Die Ergebnisse sind eindeutig: Sobald der Arbeitsweg nicht zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt werden kann, spart die Arbeit von Zuhause Emissionen ein, bei längeren Pendelstrecken sogar erhebliche Mengen. Das ist gut für das Klima und unsere Umwelt.

Wer pendeln muss, schont im Homeoffice meist das Klima

Analysiert man die Auswirkungen des mobilen Arbeitens, so zeigt sich:

  • Bei Nutzung eines Laptops und Anschaffung eines Bildschirms für den Arbeitsplatz zu Hause entsteht ein zusätzlicher CO2-Ausstoss von 18 kg pro Jahr.
  • Verglichen mit den Emissionen, die durch das Pendeln zum Arbeitsplatz entstünden, lohnt sich das Homeoffice schon ab einem Kilometer einfacher Fahrstrecke mit dem PKW oder ab zwei Kilometern mit dem öffentlichen Nahverkehr.
  • Dies gilt auch, wenn bei einer Vollzeitstelle nur die Hälfte der Zeit von zu Hause gearbeitet wird. Die durchschnittliche einfache Pendeldistanz in Deutschland liegt bei 15 km, also weit über dem angegebenen Grenzwert.

Die räumlichen Gegebenheiten zuhause und das jeweilige Heiz- und Beleuchtungsverhalten können den CO2-Ausstoß im Homeoffice individuell noch etwas vergrößern. Unter dem Strich lassen sich Heizenergieeinsparungen durch das Homeoffice nur realisieren, wenn das Heizkonzept an den Bürostandorten an die wechselnde Belegung angepasst wird. Insgesamt stellt die Studie fest, dass das Arbeiten von zuhause in erfreulichem Maße zur CO2-Einsparung beiträgt.

Vergleich der THG-Emissionen von Videokonferenzen und von verschiedenen Verkehrsmitteln
© Quelle: UBA Texte 94/2021, Green Cloud Computing, S. 136

Videokonferenzen sparen viel Energie

Ähnliche Ergebnisse wie für die Effekte des Homeoffice zeigen sich für die Nutzung von Videokonferenztechnik. Je nach genutztem Gerät – also einem einfachen Laptop, einem Desktop-PC, oder eines großen Videomonitors – unterscheidet sich der Energieverbrauch für Nutzung und Herstellung. Dieser ist aber im Vergleich zum Energiebedarf und den Treibhausgas-Emissionen für den vermiedenen Anfahrtsweg gering.

Die Grafik zeigt, wie viele Kilometer mit dem Auto oder öffentlichen Verkehr zurückgelegt werden können, wenn dafür die gleiche Menge THG-Emissionen entstehen wie für eine Stunde Videokonferenz. Bei Nutzung eines Laptops kann mit der entsprechenden Energiemenge zum Beispiel ein Kilometer mit der Fernbahn zurückgelegt werden, mit dem Auto gerade 260 Meter. Etwas mehr verbrauchen große Bildschirme, aber auch die daraus entstehenden Emissionen entsprechen denen einer nur fünf Kilometer weiten Fernbahnstrecke.

Als Fazit lässt sich zusammenfassen: Auch wenn es viele Gründe gibt, die persönliche Begegnung am Arbeitsplatz zu pflegen, der Energieverbrauch ist es in den meisten Fällen nicht.

Vergleich der THG-Emissionen von Videokonferenzen und von verschiedenen Verkehrsmitteln

Studien zum Nachlesen

Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT): Arbeiten nach Corona – Warum Homeoffice gut fürs Klima ist, im Auftrag von Greenpeace, Berlin, 2020

Umweltbundesamt (2021): Texte 94/2021, Green Cloud Computing, Studie des Öko-Institut und Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration (IZM), Berlin

Institut für Energie- und Umweltforschung (ifeu): Homeoffice und Ersatz von Dienst- und Geschäftsreisen durch Videokonferenzen, Potenziale zur Minderung der Treibhausgasemissionen unter Berücksichtigung der Erfahrungen aus der Corona-Krise, Heidelberg, 2021

Von der Klima-Kollekte: Fact Sheet: CO2-Bilanzierung von Videokonferenzen

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