
Gemeindehaus: App auf dem Handy steuert die Heizung nach Bedarf
In Gemeindehäusern mit stark wechselnder Nutzung kann viel Energie gespart werden, wenn die Heizzeiten wöchentlich angepasst werden. In der Kirchengemeinde in Hamburg-Bergstedt erledigen das Ehrenamtliche mithilfe einer Mobilen App und helfen so dabei, etwa ein Viertel der Heizenergie einzusparen.
Gemeindehaus im Kirchenkreis Hamburg-Ost
2021
Heizkessel erneuert und App zur Steuerung
Gemeindehaus
Heizenergie sollte gespart werden
Anlass für die Gemeinde, sich mit der Heizung im Gemeindehaus zu befassen, war die Gaspreiskrise 2022. Die Bundesregierung wie auch die kirchlichen Verwaltungen hatten dazu aufgerufen, den Gasverbrauch durch sparsames Heizen zu senken, mit dem Ziel 20 Prozent des nationalen Gasverbrauchs einzusparen.

Im Bergstedter Gemeindehaus war schon 2020 ein neuer Brennwert-Gasheizkessel eingebaut worden. Das eröffnete ganz neue Möglichkeiten für die Gemeinde: das Heizprogramm kann nun über eine mobile App unaufwändig an die wechselnde Raumnutzung angepasst werden. Und auch die zwei Heizkreise des Heizsystems können über die App separat eingestellt werden.
Diese Möglichkeiten werden seit dem Winter 2022/23 ausgeschöpft. Zwei Ehrenamtliche erklärten sich verantwortlich, das Heizprogramm wöchentlich auf die in Church Tools verzeichnete Belegungsplan anzupassen: zu allen Zeiten, in denen in einem der Gebäudeteile keine Raumbelegung eingetragen war, wird die Nachtabsenkung eingestellt, hochgeheizt wird nur für die Stunden mit Betrieb im Haus.
Bild: Die neue Heizanlage lässt sich nicht nur wie gewohnt am Heizkessel im Keller programmieren, sondern auch mit einer mobilen App, die vom Anlagenhersteller bereitgestellt wird.
Fakten auf einen Blick
Diese Maßnahmen wurden ab Okt. 2022 umgesetzt:
- Senkung der Ziel- und Heizgrenztemperaturen
- Senkung der Heizkurve
- wöchentliche Anpassung der Heizzeiten an Belegungsplan
- Aushänge in den Gemeinderäumen zum Heizen
- Einzelraumregelung - Einbau in weiterem Gemeindehaus ohne digital steuerbare Heizanlage
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Heizungsberater sorgt für den letzten Feinschliff
Als weiterer wichtiger Schritt wurden mit Hilfe des Heizungsberaters der Kirchenkreisverwaltung einige Grundeinstellungen der Heizung verändert: Ziel- und Heizgrenztemperaturen und auch die Heizkurve wurden schrittweise gesenkt. Außerdem wurde die Gemeinde in Aushängen um Mithilfe gebeten.

Der erzielte Erfolg war für alle überraschend: Im ersten Winter 2022/23, als entsprechend den staatlichen Vorgaben auf maximal 19 °C geheizt wurde, wurden auf diesem Wege 40 Prozent des Gasverbrauchs eingespart. Nachdem in den Folgejahren die Heiztemperaturen wieder etwas erhöht wurden, war der Gasverbrauch immer noch 20 bis 25 Prozent niedriger als vor der Umstellung.
Das Engagement ist auch finanziell lohnend: Pro Jahr ist ein Plus von mehr als 2.000 Euro für die Gemeindekasse zu verzeichnen.
Praxisbeispiele Umwelt- und Klimaschutz
Wir setzen uns für faire und nachhaltige Projekte ein. Wir wollen den Klimaschutz sozial und gerecht gestalten.



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