
Historische Scheune zu Begegnungs-Zentrum umgebaut
Die mehr als 120 Jahre alte Pfarrscheune in Lichtenhagen Dorf wurde zu einem CO2-neutralen Kommunikations- und Begegnungszentrum umgebaut.
Lichtenhagen-Dorf, Kirchenkreis Mecklenburg
2020
Nachhaltigkeit als Leitmotiv
Ausbau und energetische Sanierung Pfarrscheune

Gesucht: Neue Nutzung für historische und sanierungsbedürftige Pfarrscheune
Die Scheune von 1895 ist eingebettet in ein denkmalgeschütztes Ensemble des ehemaligen Pfarrhofes mit Pfarrhaus von 1860 und der Kirche aus dem 14. Jahrhundert. Die Scheune wurde nach dem Zweiten Weltkrieg als Lager und Garage genutzt. In den 1970er Jahren wurden drei Wohnungen eingebaut, unter anderem für einen Pastor oder eine Pastorin, die allerdings zuletzt leer standen. Gleichzeitig fehlte ein barrierefrei zugänglicher Raum für die Gemeinde.
"Klimaschutz ist mir wichtig. Ich lebe seit langem umweltbewusst und finde man muss auch an die Zukunft denken", so Friedrich Heilmann, der sich ehrenamtlich im Bauausschuss der Gemeinde engagierte. Er ist von Haus aus Physiker.

Gefunden: Energetisches Konzept und Öffnung für das ganze Dorf
Gemeinsam mit Bauausschuss und Architekt hat Heilmann ein zukunftsweisendes Nutzungs- und Energiekonzept erarbeitet. Nach der zweijährigen Restaurierung ist die alte Pfarrscheune von 1895 mittlerweile zu einem nahezu CO2-neutralen Gebäude umgebaut worden.
Durch die Nutzung einer Erdwärmepumpe, Photovoltaikanlagen auf dem Dach mit einem Stromspeicher und einer starken Dämmung an den Außenwänden, konnte dies erreicht werden. "Wir haben quasi ein neues Gebäude in der Hülle des Alten gebaut", erläutert der 67-Jährige.
Zudem wurden in der rund 800 Quadratmeter großen Scheune eine Fußbodenheizung verlegt, LED-Beleuchtung und in den Küchen energiesparende Induktionskochfelder eingebaut. Logisch, dass sie auch an dreifach verglaste Fenster überall gedacht haben. In den Sommermonaten sei das Haus sogar autark, was die Stromversorgung angeht.
Fakten auf einen Blick
- Alte Pfarrscheune wurde zu Kommunikations- und Begegnungszentrum für das ganze Dorf
- Zwei Wohnungen im oberen Teil
- Das ganze Gebäude ist barrierefrei und treibhausgasneutral
- Baukosten: 2 Millionen Euro

Großgeschrieben: Inklusion und Teilhabe
Aus dem einst maroden Gebäude ist ein modernes und barrierefreies Kommunikations- und Begegnungszentrum geworden. Im Erdgeschoss gibt es neben einem großen Saal, einem großen Foyer, Sanitäranlagen und Küche auch eine Werkstatt für den Friedhofsmitarbeiter sowie einen Lagerraum.
Im Obergeschoss befinden sich zwei rollstuhlgerechte Wohnungen. Zudem gibt es dort drei Gruppenräume.
Mit der Kommune gibt es einen Kooperationsvertrag, ebenso können die ortsansässigen Vereine die Räume für ihre Zwecke nutzen. Kirchengemeinden sowie kirchliche und diakonische Einrichtungen aus dem Raum Rostock müssen weniger Gebühren bezahlen.
Finanzierung: Viele Fördermittel eingeworben
Die Baukosten in Höhe von fast zwei Millionen Euro wurden unter anderem durch Eigenmittel der beiden Kirchengemeinden Rostock/Lütten-Klein und Lichtenhagen Dorf, Gelder des Fördervereins, zahlreiche Spenden sowie Zuschüsse von Land, Bund, Kirchenkreis Mecklenburg, Nordkirche, Banken und Lotterien aufgebracht.
Praxisbeispiele Umwelt- und Klimaschutz
Wir setzen uns für faire und nachhaltige Projekte ein. Wir wollen den Klimaschutz sozial und gerecht gestalten.



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