
Gemeinde Kieve: Weg frei für Photovoltaik-Anlage auf Kirchenland
Das Dorf Kieve und die Kirchengemeinde gewinnen - und das gleich mehrfach. Vor kurzem bekam die Gemeinde einen Preis für die Idee, die Einnahmen einer Photovoltaik-Freiflächenanlage, die nördlich des Ortes errichtet werden soll, für eine Art „Solarfonds“ zu verwenden. Ideengeberin ist die ehrenamtliche Bürgermeisterin, Christine Jantzen, die früher auch im Kirchengemeinderat aktiv war. Die Kirchengemeinde steuert 8 Hektar Kirchenland bei.
Gemeinde Röbel/Kieve, Kirchenkreis Mecklenburg
Dezember 2025
Photovoltaik-Anlage auf Kirchenland
Kirchenland verpachtet
Strom aus Photovoltaik-Anlage für kommunales Nahwärmenetz
Die Gemeinde Kieve plant ein eigenes Nahwärmenetz, um mit zwei oder drei Wärmepumpen das Dorf mit Co2-neutraler Wärme zu versorgen. Der mit der Photovoltaik-Anlage erzeugte Strom soll dann hier eingespeist werden: „Der Strom geht vom Solarpark in die Wärmepumpen, so dass wir unsere Haushalte mit warmem Wasser versorgen können" sagt die ehrenamtliche Bürgermeisterin Christine Jantzen. „Bisher wollen um die 50 dabei sein. Wahrscheinlich, wenn es dann läuft, 65 oder sogar alle Haushalte".
Dass die Kirchengemeinde nun eine Fläche für die Anlage bereitstellen kann, ist für alle Seiten ein Gewinn: Die betroffene Fläche hat eine geringe Bodenwertzahl und der Boden ist durch jahrelange düngerintensive Bewirtschaftung ausgelaugt. In der mindestens 20 Jahre dauernden PV-Nutzung kann sich der Boden erholen und seine Biodiversität erhöhen. Eine gute Pacht verschafft der Kirchengemeinde außerdem dringend benötigte Einnahmen.

Abstimmung mit Kirchenkreis und Juristen
Die Kirchengemeinde Kieve-Wredenhagen steuert 8 Hektar von ihrem Kirchenland zu der insgesamt etwa 50 Hektar großen Anlage bei. „Ziemlich schnell war sich der Kirchengemeinderat Kieve-Wredenhagen einig", so erzählt der Vorsitzende, Ralf Bening, „das Projekt einer PV-Anlage auf Kirchenland mit zu verwirklichen. Die Beratungen dauerten von Frühjahr bis Sommer 2023". Doch erst im Dezember 2025 gab die Verwaltung des Kirchenkreises Mecklenburg grünes Licht.
Der Pressesprecher des Kirchenkreises Mecklenburg, Christian Meyer, erläuterte: „Das Projekt der Kirchengemeinde ist von der Liegenschaftsabteilung der Kirchenkreisverwaltung begleitet worden. Zur Vertragsgestaltung gab es notwendige Abstimmungen und juristische Prüfungen, die seine Zeit brauchten. Das Ganze wurde im Rahmen der kirchenkreislichen Aufsicht begleitet. Jetzt ist alles soweit rund und die Kirchengemeinde kann das Projekt angehen".
Fakten auf einen Blick: Solarfonds
- Nach dem neuen EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) stehen der Gemeinde 0,2 Cent pro ins öffentliche Netz eingespeister Kilowattstunde zu.
- Diese Mittel werden künftig einem “Solarfonds” zugeführt.
- Aus diesem Solarfonds können sich alle 71 Haushalte des Dorfes in den kommenden Jahren „eine energieerzeugende oder energiesparende Maßnahme finanzieren lassen": Dazu zählen PV-Dachanlagen, Hausdämmungen oder sparsamere Elektrogeräte.

Motivation aus dem Glauben: Bewahrung der Schöpfung
Motivation für ihre engagierte Arbeit zum Klimaschutz zieht Christine Jantzen auch aus ihrem christlichen Glauben: „Ich habe natürlich Bewahrung der Schöpfung als Thema schon immer gehabt. Wir müssen uns Gedanken machen, wie wir diesen Planeten mit allen Lebewesen erhalten können. Und wir sind gerade dabei, ihn komplett zu zerschreddern. Mit allem drum und dran, weil wir Energiehunger haben, weil wir Wärmehunger haben, der nicht akzeptabel ist.“
Auf dem Foto ist die ehrenamtlich Bürgermeisterin Christine Jantzen mit einer Urkunde vom Land Mecklenburg-Vorpommern, denn ihre Idee eines Solarfonds ist als besonders “kreativ und mutig” ausgezeichnet worden. Außerdem gibt es 20 000 Euro Startkapital.
Kirchengemeinderat: Schritt für unsere Klimaziele
Der Vorsitzende des Kirchengemeinderats Kieve, Ralf Bening, ergänzt: „Der biblische Auftrag des Menschen ist, die Schöpfung zu bebauen und zu bewahren. So, und wenn ich jetzt einen Solarpark mache, dann ist das ein Schritt in die richtige Richtung. Theologisch kann man da eigentlich nur dafür sein."
Zweitens ist es ein Schritt für die Klimaziele der Nordkirche und des Kirchenkreises, die beschlossen sind. “Als KGR-Vorsitzender und Synodaler bin ich verpflichtet, die Beschlüsse meiner eigenen Kirche auch umzusetzen”, sagt er. Drittens sei es für die Kirchengemeinde attraktiver teilweise das Land für eine PV-Anlage zu verpachten als für Weideland. Denn die Finanzsituation ist in den kleinen Gemeinden recht angespannt und so können sinnvoll Einnahmen generiert werden.
Linksammlung
Mehr erfahren über Photovoltaik und Solarenergie auf unserer Themenseite
Wettbewerb des Landes Mecklenburg-Vorpommern: Gutes.Klima.Machen
Klimaschutz im Kirchenkreis Mecklenburg: Das Kirchliche EnergieWerk
Beratung und Begleitung: Klimaschutzmanager:innen im Kirchenkreis Mecklenburg
Praxisbeispiele Umwelt- und Klimaschutz
Wir setzen uns für faire und nachhaltige Projekte ein. Wir wollen den Klimaschutz sozial und gerecht gestalten.



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